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Logbuch Utopiastadt

Seit März 2021 erscheint in der Reihe »Logbuch Utopiastadt« alle 14 Tage eine Kolumne aus Utopiastadt im Wuppertaler Lokalteil der Westdeutschen Zeitung. Und hier auf der Seite. Die heutige Kolumne ist von Thomas Weyland:

Logbucheintrag 0.4:
Mehr als nur ein Ort.

Foto: Dimitrij Haak

Auf dem Ölberg trauten wir unseren Augen nicht. Seit über 10 Jahren versuchten wir Ölberger eine andere Stadt zu verwirklichen, die Nordstadt anders zu denken, zivilgesellschaftlich Räume zu erobern. Vieles, nicht nur das Ölbergfest, konnten wir in der Zeit realisieren. Und dann kamen 2013 ein paar Unentwegte, behaupteten, jenseits der Hochstraße im Mirker Bahnhof »ein Zentrum für Entwicklung & Kreativität« aufbauen zu wollen und betrachteten es als »die Initialzündung eines andauernden Kunst-, Kultur- und Gesellschaftskongresses mit Ambitionen und Wirkung«: UTOPIASTADT! Aha!?
Stadt(teil)entwicklung als andauernden Kongress, als ständige Veränderung zwischen Reden und aktivem Handeln zu begreifen, nicht vom Ende her gedacht, sondern prozesshaft, das animierte uns, genauer hinzuschauen und die neuen Raumunternehmerinnen in dem Quartier zwischen Hochstraße, A 46 und Gathe kennenzulernen.

Nein, die Utopiastadt sollte nicht auf das Areal um den Mirker Bahnhof, den Utopiastadt Campus, beschränkt bleiben. Der »andauernde Gesellschaftskongress« würde auch Wirkung auf das Quartier haben. Und umgekehrt, Veränderungen im Quartier würden nicht ohne Einfluss auf Utopiastadt bleiben. Die Konsequenz: Die Initiierung einer Stadtteilkonferenz Ende 2013, das Forum:Mirke. Damit war auch ein Name für das Quartier gefunden: Die Mirke. Kennen heute alle in Wuppertal.
Seitdem steht das Forum:Mirke für Kommunikation, Vernetzung und Kooperation im Quartier. Im Miteinander will man die soziale, kulturelle, ökonomische und politische Quartiersentwicklung stärken. Das Forum sieht sich als Anlaufstelle für und Gestalterin von urbanen Beteiligungsprozessen vor Ort, als zivilgesellschaftliche Organisierung aller, die den Anspruch einer politischen Teilhabe im Mirker Quartier und in der Stadt der Zukunft auch jenseits des normalen Politikbetriebes haben. In der Arbeit des Forums wurde deutlich, dass die beteiligten Organisationen und Menschen neben dem politischen Alltag das Bedürfnis hatten, Sachverhalte in Bezug auf Stadt(teil)entwicklung grundsätzlicher zu diskutieren oder zu erarbeiten. Daraus wurde 2016 ein weiteres Format geboren: Der Stadtentwicklungssalon.

In mittlerweile acht Salons in Form von Podiumsdiskussionen, Workshops oder Vorträgen sind diverse Themen aus dem Spektrum Stadtentwicklung bearbeitet worden, immer im Blick eine gemeinwohlorientierte Politik und Quartiersentwicklung. Die Diskussion über eine Mobilitätswende in der Stadt gehören genauso dazu wie die Thematisierung von Gentrifizierung, also dem Widerspruch zwischen Aufwertungs- und Verdrängungstendenzen in Quartieren wie der Mirke, oder die Debatte um eine gemeinwohlbezogene Boden- und Flächenentwicklung in Wuppertal.

Die Utopiastadt in der Mirke – ein »Kongress« mit Ambitionen und mit Wirkung – weit über die Grenzen Wuppertals hinaus. Klar!

Mehr Gesellschaftskongress gibt es beim 9. Stadtentwicklungssalon Mitte Mai auf https://stew.one

https://quartier-mirke.de/9-stadtentwicklungssalon


Erstveröffentlicht am 29.04.2021 in der Printausgabe der WZ:
https://www.wz.de/nrw/wuppertal/neues-aus-utopiastadt-der-naechste-stadtentwicklungssalon-steht-bevor_aid-57633549